Zeichnung:Steffen Butz



L'Hôte

nach der Novelle Albert Camus - Bühnenfassung in frz. Sprache

Fotos: Hans-Georg Leonhardt

Dauer: ca. 1 Stunde 20 Minuten

Schauspiel: Nathalie Cellier

Regie: Peter Steiner

Premiere am 10. Dezember 2018 im Jubez Karlsruhe

Fotos

 

Zielgruppe

Das Stück eignet sich für frankophiles Publikum mit guten Sprachkenntissen und Französischlernende
ab Klassenstufe 11.

Zu Inszenierung und Inhalt

Algerien vor dem Unabhängigkeitskrieg. Der alte Polizist Balducci bringt zu dem in Algerien geborenen französischen Lehrer Daru, der in einer kleinen Schule am Rande der Wüste die Kinder der naheliegenden Dörfer unterrichtet und auch wohnt, einen Araber (wie Camus ihn nennt), der sich des Mordes an seinem Cousin schuldig gemacht hat. In dem Dorf des Arabers hat seine Festnahme für Unruhe gesorgt, es droht dort ein Aufruhr, eingebettet in die steigende Revolte gegen die französische Kolonialmacht. Um eine Eskalation zu vermeiden, soll der Araber in eine andere Stadt überführt und dann den Behörden übergeben werden. Diese Aufgabe soll Daru am nächsten Morgen übernehmen. So lauten die Befehle, wie Balducci sie entgegen genommen hat. Gelten diese auch für den Lehrer? Daru ist bereit gegen die Rebellion zu kämpfen, einen Mann ausliefern, will er nicht.

 

Für eine Nacht sind Daru und der Araber „Gast“ und „Gastgeber“ zu einander. Zwischen den zwei Männern entsteht eine stille Verbindung. Hin und hergerissen zwischen seinem Haß von Bluttaten, seiner moralischen Verantwortung eines Verbrechers gegenüber und seinem Solidaritätsgefühl mit der armen algerischen Bevölkerung, bleibt Daru schließlich neutral: am nächsten Morgen überläßt er dem Araber die Entscheidung sich selbst der Justiz auszuliefern oder sich auf den Weg zu den Nomaden in der Wüste zu machen.

 

In unserer Bühnenfassung stellt sich die Erzählerin ganz in den Dienst der literarischen Vorlage: der Schönheit und concision von Camus‘ Stil und, durch eine dezent spielerische Darstellung, der Plastizität und Intensität der Protagonisten. Die schlichte Bühnenform wird den philosophischen und ethischen Fragen, die Camus in dieser Novelle stellt, den Raum überlassen.